Mountain4Life

2-Tages-Wanderung Greina Hochebene

Es ist Samstag Morgen und im Unterland herrschen schwüle 29°C. Wir sind froh, treffen wir uns im bündnerischen Ilanz am Bahnhof, wo es immerhin fast 10 Grad kühler ist. Nach einem kurzen Kennenlernen (mit Martina und Martin sind nämlich zwei neue Member dabei) geht’s auch schon los. Wir besteigen das Postauto in Richtung «Vrin, vitg». Die fast 45-minütige Fahrt durch die malerischen Bergdörfer wird rege genutzt, um miteinander die letzten Wandertouren zu besprechen oder über zukünftige Bergträume zu sinnieren. In «Vrin, vitg» angekommen, steigen wir dann in einen kleineren Bus um, der uns in 15 Minuten bis nach «Vrin, Parvalsauns» bringt. Das ist auch der Ausgangspunkt für unsere 2-Tages-Wanderung in die Greina Hocheben, welche von Sonja organisiert worden ist. In Parvalsauns gibt es noch eine letzte Toilette (übrigens sehr sauber und feudal), danach geht’s auch schon los.

Wir steigen langsam aber stetig empor in Richtung Alp Diesrut. Im Gegensatz zur dürren Situation im Unterland sind die Wiesen hier noch grün und satt. Unser Aufstieg wird begleitet vom Geblöke einer nahen Schafherde, dem Bellen des Schäferhundes, den Kommandos des Schäfers an seinen Schäferhund und natürlich dem Rauschen des Flusses «Glenner». Dieser entspringt an unserem Tagesziel und fliesst durch das ganze Lumnezia-Tal bis Ilanz, wo er in den Vorderrhein mündet und dann seine Reise durch die Schweiz antritt.

Nach ungefähr einer Stunde legen wir eine Pause ein und geniessen die Alpen, das frische Wasser aus dem Bergbach und ein Sandwich oder einen Energieriegel. Im Anschluss führen wir unsere Tour fort bis ganz hoch zum Pass Diesrut. Mittlerweile haben wir 800 Höhenmeter hinter uns, sind aber immer noch frisch. Der Pass Diesrut ist ein viel begangener Übergang und führt nicht nur zu unserem Tagesziel, der Terrihütte, sondern auch zur Motterasciohütte ins Tessin. Vom Pass Diesrut eröffnet sich uns der Blick auf die Greina Hochebene. Auf den ersten Blick könnte man auch meinen man sei in Kanada oder Neuseeland, aber man ist tatsächlich in der Schweiz. Man kann das kaum beschreiben, aber ich empfehle Allen, sich das selber anzuschauen!

Nach einem rund 20-minütigen Abstig vom Pass Diesrut kommen wir zu einer luftigen Hängebrücke in 40 Metern Höhe. Das ist bekanntlich nicht jedermanns Sache, aber die Brücke ist sehr stabil und 60 Meter haben wir schnell zurückgelegt. Danach schlängelt sich ein gemütlicher Weg durch die Landschaft und bringt uns nach insgesamt rund 3 Stunden direkt zum Tagesziel, der Terrihütte.

In der Hütte angekommen, beziehen wir unser Zimmer. Wir haben ein eigenes Zimmer und müssen nicht ins Massenlager. Ein kleiner Luxus in den Bergen. Aber der Luxus geht noch weiter…es gibt sogar eine Dusche in der Terrihütte. Die ist jedoch mit Vorsicht zu geniessen, denn aus dem Gummischlauch fliesst direkt das Gletscherwasser. So geniesst denn auch nicht jeder diesen Luxus. Wir geniessen den Nachmittag bei Sonnenschein und frischem Kuchen oder einem Bündner-Plättli. Gegen Abend wechselt das Wetter dann und es zieht ein Gewitter auf. So geniessen wir halt das Abendessen, feine Älplermakronen, währenddem es draussen regnet. In der wohlig warmen Stube stört das aber niemanden.

Nach einer erholsamen Nacht, Gruppenzimmer sei Dank, stärken wir uns am Frühstücksbuffet, ehe wir den Abstieg unter die Füsse nehmen. Unser Ziel ist der Bahnhof Rabius, doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Der erste Teil des Abstiegs geht relativ steil und steinig von statten. Doch auch hier begleiten uns wieder die bekannten Klänge von Schafen, Schäferhunden und Schäfern, dieses Mal jedoch von einer anderen Herde. Auch das Rauschen des Wassers begleitet uns wieder. Diesmal ist es der Rein da Sumvitg, welcher durch das Val Sumvitg fliesst und in Surrein ebenfalls in den Vorderrhein fliesst. Trotz etwas gegenteiliger Prognose meint es das Wetter aber auch an diesem Sonntag noch gut mit uns und wir spüren, wie die Temperaturen wieder wärmer werden, je tiefer wir kommen. Nach einiger Zeit verlassen wir den Wanderweg und steigen (leider) über eine normale Strasse weiter ab ins Tal. In Restaurant «Ustria Val Sumvitg» trinken wir noch eine kleine Stärkung, ehe wir dann weiter absteigen ins Tal. Zum Glück führt uns der Wanderweg wieder durch Wälder und Wiesen und weg von den Strassen.

Nach rund 4,5 Stunden kommen wir endlich in Rabius an. Wir spüren zwar die 1500 Höhenmeter vom Abstieg etwas in den Beinen, aber das trübt die tollen zwei Tage in keinster Weise. Es hat sich wiedermal gezeigt, dass es in der Gruppe sehr viel Spass macht und dass sich manchmal hinter unscheinbaren Pässen unglaublich schöne Landschaften verbergen können.

2-Tages-Wanderung Greina Hochebene
2-Tages-Wanderung Greina Hochebene
2-Tages-Wanderung Greina Hochebene
2-Tages-Wanderung Greina Hochebene
2-Tages-Wanderung Greina Hochebene
2-Tages-Wanderung Greina Hochebene
Jetzt spenden